NACHRUF IN DER HEIMATZEITUNG

Raisting nahm Abschied von Jakob Weichart (84)

Raisting — Bis vor Kurzem hat er im Gasthaus geholfen und das Schlachtvieh für die Metzgerei ausgesucht, ist mit seinen sechs Enkeltöchtern unterwegs gewesen und hat den Raistinger Fußballern zugeschaut. Nun ist der langjährige „Post-Wirt" Jakob Weichart aus Raisting verstorben. Hunderte Trauergäste erwiesen ihm die letzte Ehre. "Wir verlieren nicht nur einen guten Kameraden, sondern ein Stück Raisting", sagte zum Beispiel Georg Gindhart vom Veteranen- und Soldatenverein, dem Weichart 1972 beitrat. Seit 1948 war Weichart Mitglied im Sportverein, später auch in vielen anderen Vereinen — anfangs als aktiver Fußballer. Weichart wurde am 23. Januar 1927 als viertes von acht Kindern geboren, Mit 14 Jahren begann er in Garmisch eine Metzger-Lehre. 17-jährig wurde Er am 12. Oktober 1944 eingezogen, kam später in französische Gefangenschaft und wurde später bei einem Weinbauert in Ligny-le-Chatel in der Landwirtschaft eingesetzt. Er heiratete am 6.6.1966 seine Frau Luise. Noch im selben Jahr übernahm er den Betrieb. Mit den drei Buben, Jakob, Herbert und Manfred, war die Familie komplett. Zur Wirtschaft kamen 1971 Saal, Fremdenzimmer, Kegelbahnen und Schützenheim. Von dem Zeitpunkt an war der Gasthof Treffpunkt für die Jugend aus dem ganzen Oberland. 70-jährig übergab er den Gasthof an Sohn Herbert, der den Familienbetrieb in der vierten Generation führt. Die Metzgerei erhielt Sohn Manfred. Bis November war es dem "Jakl" noch erlaubt, mit den Gästen zu ratschen, Schalkopf zu spielen, die Kunden in der Metzgerei zu bedienen und die Spiele der Raistinger Fußballer anzuschauen. Dass er zu Hause, im Kreise der Familie, in Ruhe einschlafen durfte, dafür war er sehr dankbar. PETRA STRAUB